Hundezonen und andere Hundebesitzer

Da ich gerade wieder an einer der vielen Wiener Hundezonen vorbeigegangen bin und nicht verstehe, wie man das seinem Hund antun kann, hier ein kleiner Bericht. Ich weiß nicht wieviele es sind, hier findet ihr alle Wiener Hundezonen nach Bezirken geordnet.

Anfangs waren wir mit Lucy einige Male in verschiedenen Hundezonen. Nachdem sie sich jedoch ein paar Mal Darmviren oder Darmparasiten dort eingefangen hat, hatten wir tierärztliches Hundezonenverbot. Brav wie wir sind, haben wir uns bis heute daran gehalten und siehe da: die Darmkrankheiten haben sich deutlich gebessert.

Aber wen wundert es, wenn sich täglich 100e Hunde auf einem Erdstreifen aufhalten MÜSSEN, der so klein ist, dass man eigentlich nicht von Zone sprechen darf. Ist ein Hund krank und kotet in der Zone, steckt er automatisch viele weitere Hunde an, das geht dann immer so weiter und so weiter und so… Die hygienischen Zustände in den Hundezonen sind katastrophal, wobei man auf der Website der Stadt Wien lesen kann:

Auch an den Orten, die explizit der Benützung durch Hunde gewidmet sind, gilt das Wiener Reinhaltegesetz. Das bedeutet, dass auch hier Hundekot sofort von der menschlichen Begleiterin beziehungsweise dem menschlichen Begleiter des Vierbeiners entfernt werden muss.

Soviel zur Theorie.

Die Realität sieht leider etwas anders aus. Die am nächsten zu unserer Wohnung gelegene Hundezone würde ich eher als Kloake bezeichnen. Hundekot liegt überall herum, Kotzreste überall. Aber das Fass zum überlaufen, bringt im wahrsten Sinne des Wortes, der Regen.

Wenn es regnet wird die wenige Erde, vollgesaugt mit Hundeurin, schön ausgespült. Dann riecht es, als ob man in einem Ammoniak Versuchslabor stehen würde. Stechender Ammoniakgestank trifft dann auf Fäkalgeruch – ein Alptraum getarnt als Hunde-Comfort-Zone.

Es gibt jedoch einen weiteren Aspekt, der es mir recht einfach macht NICHT freiwillig in die Hundezone zu gehen.

Andere Hundebsitzer.

Klingt vielleicht auf den ersten Blick asozial, ist es vielleicht auch. Warum? Nein, nur weil ich einen Hund habe, muss ich nicht mit jedem anderen Hundebesitzer sprechen. Nein, nur weil Lucy ein Hund ist, muss sie NICHT mit jedem anderen Hund spielen oder hingelassen werden.

Muss jede Mutter mit jeder anderen Mutter über Kinder sprechen? Nein.

Ich suche mir meine Gesprächspartner selber aus, einen Hund zu besitzen ist für mich kein Argument und interessiert mich überhaupt nicht. In Hundezonen kommt man jedoch daran nicht vorbei.

Oh ist dEr lieb. Oh wie alt ist das Hundi denn? Oh was ist das für eine Rasse? Wie heißt das Hundi  denn?

Das sind nur ein paar der Floskeln, die ich bei jedem Hundezonen-Eintritt über mich ergehen lassen musste. Und darauf habe ich einfach keine Lust.

Deshalb fällt es mir mittlerweile gar nicht mehr schwer, an der Hundezone vorbeizulaufen, ohne hineinzugehen. Lucy vermisst die Hundekloake sicher auch nicht, stattdessen gehen wir lieber in Parks oder auf die Donauinsel.